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Gnade

Gnade

Gleichgewicht zwischen eigener Anstrengung und Zuversicht auf Gott

Die Hilfe Gottes ist stets nahe, doch wird sie dem Suchenden nur dann zuteil, wenn er sich bis zum Äußersten anstrengte und seine eigene Unzulänglichkeit schmerzlich erfuhr. Solange auch nur die leiseste Selbstsicherheit sich regt, greift Gott nicht ein: Du wähnst, selbst etwas zu erreichen? Dann mußt du noch warten. Der Heilige Geist ist immer breit, unermeßlich zu begaben und erwartet nur unser Vermögen, aufzunehmen. Wie verhalte ich mich, um SEine Kraft zu empfangen? Dazu führt die Demut. Empfinde deine ganze eigene Unzulänglichkeit und erwarte alles vom Heiligen Geist – doch tue unablässig, was in deinen Kräften steht – und Seine Hilfe wird mit dir sein. Wirke und mühe dich aus aller Kraft – denn läßt du im Bemühen nach, so weicht die schützende Kraft Gottes von dir. Willst du aber alles nur aus eigener Kraft erreichen, so wirst du wiederum verlassen. Halte Gleichgewicht zwischen äußerster eigner Anstrengung und unbegrenztem, vollem Gott-Vertrauen. Beide gemeinsam festigen deine Kräfte.

Mühe dich eifrig, angestrengt – doch baue nicht auf dich selbst, sondern trage dein Anliegen vor Gott (Ps. 37,6). Bete: Ich wünsche, suche; Du aber belebe mich durch Deine Wahrheit. Der Herr bestimmt: „Ohne Mich könnt ihr nichts tun“ (Joh. 15,5). Und dieses Gestz gilt im geistigen Leben in aller Genauigkeit, ohne um Haaresbreite abzuweichen. Auf die Frage: was soll ich tun um diese oder jene Tugend zu gewinnen? ist zu antworten: tue, was du vermagst und wende dich an Gott, und Er wird sie dir verleihen. Es gibt keinen anderen Weg.

Mühe dich, strenge dich an, suche – und du wirst finden; klopfe an – und es wird dir augetan. Lasse nicht nach und verzweifle nicht. Bei alledem sei aber dessen eingedenk, daß all unser Bemühen nur Vorbereitung zum Empfangen der Gnade ist; die Gabe selbst hängt vom Willen des Gebers ab. Sie kommt unerwartet, unvermutet.

Alles verdanken wir der Gnade Gottes. Ohne sie vermag man nichts Geistiges zu gewinnen. Sobald sie ins Herz dringt, geht alles geordnet vor sich.

 

Gnade erklärt

Es gibt viel zu wenig Menschen, die sich wirklich trauen, mutig und mit Zuversicht vor Gott zu kommen, mit ihm in Beziehung zu treten, Gnade um Gnade zu nehmen, um seine Werke zu tun und noch größere (Heb. 4, 16; Joh. 1, 16).Wer traut sich schon vor einen liebenden aber auch vollkommenen Gott zu kommen, wenn nicht der, der sich der Gabe der Gerechtigkeit in Christus bewusst ist. Die Gabe der Gerechtigkeit lässt dich täglich kühn vor den Gnadenthron treten, um die ganze Fülle zu empfangen, die Gott für uns bereit hat (Röm. 5, 17).Martin Luther erkannte es schon: Gerecht durch Glauben allein (Röm. 3, 28 nach Lutherübersetzung)! Glaube wird durch die Liebe wirksam (Gal. 5, 6). Wo der Geist der Kraft der Liebe Christi wirksam ist, fängt das Christenherz immer mehr zu glauben an, es wird sich des gerechten Standes durch die Gabe der Gerechtigkeit immer mehr bewusst und empfängt somit täglich Gnade um Gnade, um die Werke des Teufels zu zerstören bzw. die Werke Christi zu tun (Joh. 1, 16; Joh. 14, 12). Außerdem ist die Gabe der Gerechtigkeit in Christus die einzige Qualifikation, um mit Gott in Geist und Wahrheit in Beziehung zu treten. Diese Gabe in mir gibt mir Zeugnis, dass ich immer bei Gott willkommen bin und sie hilft mir täglich, Gnade zu empfangen, um ein siegreiches Christenleben zu führen. Die Gabe der Gerechtigkeit ist weltweit eine der am meisten vernachlässigten im Leib Christi.

Religiosität und Stolz spornen das Menschenherz an, das Pferd von hinten aufzuzäumen: Ich versuche gerecht zu werden, indem ich gute Werke tue, und wenn ich das einmal schaffe, dann traue ich mich auch kühn vor Gott zu kommen. Religion ist der Versuch des Menschen in Frieden mit Gott zu kommen. Dies ist ein schweres Joch und mündet immer in Verzweiflung (Röm. 10, 3). Es braucht Demut, die Gabe der Gerechtigkeit in Christus für sein Leben anzuerkennen. Stolze Herzen versuchen ihre eigene Gerechtigkeit vor Gott aufzurichten, die jedoch nichts anderes als Dreck ist (Röm. 10, 3; Phil. 3, 7-9). Gott widersteht dem Stolzen, dem Demütigen aber gibt er Gnade (1. Petr. 5, 5).

Es ist genau anders herum. Wahres Christentum besteht darin, den Frieden, den Christus für uns mit Gott erwirkt hat, im Glauben vollends anzunehmen. Zuerst glaube ich an meinen gerechten Stand vor Gott durch die Gabe der Gerechtigkeit und gemäß meines Glaubens wird die Kraft der Gnade wirksam um dann auch gerechte Werke durch mein Leben hervorkommen und manifestieren zu lassen (1. Kor. 15, 10; 1. Joh. 3, 7). Die Törichten, die die Gnadenbotschaft als Legitimation zum Sündigen missbrauchen, hat sich Paulus schon vor langer Zeit vorgeknöpft (Röm. 6, 1-2; 2. Kor. 6, 1). Das Wort Gnade heißt unter anderem Gottes Fähigkeit in mir. Durch die Gabe der Gerechtigkeit, die jedes Christenherz bei der Taufe im Heiligen Geist empfängt, wird der Mensch mit Gottes Fähigkeiten bzw. Möglichkeiten verbunden. Gott glaubt an seine Kinder. Er glaubt, dass wir alles tun können durch die Gnade, die in uns wirksam ist.

Demut bzw. die Gabe der Gerechtigkeit setzt die Gnadenkraft Jesu in unserem Leben überreichlich frei um inmitten der größten Herausforderungen des Lebens nicht nur siegreich zu sein, sondern auch glücklich zu sein. Wir Christen sind nämlich auch berufen die glücklichsten Menschen auf Erden zu sein.

Komm und tritt heraus aus deinen Begrenzungen und eigenen Fähigkeiten und trete ein in das Land von Gottes Möglichkeiten, das durch Demut und Gnade beschritten wird. Herr, schenke uns demütige Herzen, die zur Gerechtigkeit Gottes geworden sind, um fähig zu sein, deine Liebeswerke die du uns anvertraut hast täglich durch den Strom deiner Gnade zu tun – GNADENSTROM.